Wenn Software ein echtes Problem löst

Manchmal entstehen die besten Software-Projekte nicht in großen Unternehmen, sondern aus einem ganz alltäglichen Problem. Genau so entstand braucheklima.de, ein Portal von Adrian Kübel.

Während der aktuellen Hitzewellen in Deutschland waren mobile Split-Klimaanlagen innerhalb weniger Tage nahezu überall ausverkauft. Wer noch ein Gerät kaufen wollte, musste unzählige Baumarkt-Webseiten durchsuchen oder regelmäßig aktualisieren. Genau an diesem Punkt setzt braucheklima.de an.

Die Webseite sammelt automatisch die Lagerbestände zahlreicher deutscher Baumärkte und stellt diese übersichtlich auf einer interaktiven Karte dar. Innerhalb weniger Sekunden sieht der Besucher, in welchem Markt ein Gerät noch verfügbar ist.

Die technische Idee dahinter

Aus technischer Sicht ist das Projekt äußerst spannend. Statt dass der Benutzer selbst jede einzelne Webseite besucht, übernimmt eine Software diese Aufgabe automatisch.

Im Hintergrund werden regelmäßig Daten verschiedenster Händler abgefragt und in einer zentralen Datenbank zusammengeführt. Anschließend werden die Informationen vereinheitlicht, ausgewertet und nahezu in Echtzeit auf einer Karte dargestellt.

Dadurch entsteht eine zentrale Suchplattform, obwohl die eigentlichen Informationen auf vielen unterschiedlichen Webseiten verteilt liegen.

Wie funktioniert so etwas technisch?

Der grundsätzliche Ablauf eines solchen Systems sieht vereinfacht folgendermaßen aus:

  • Abfrage der verfügbaren Händlerdaten
  • Automatische Verarbeitung der Rohdaten
  • Normierung unterschiedlicher Datenformate
  • Speicherung in einer Datenbank
  • Berechnung der aktuellen Verfügbarkeit
  • Darstellung auf einer interaktiven Karte
  • Optional: Versand von Benachrichtigungen bei neuer Verfügbarkeit

Gerade die Datenaufbereitung stellt dabei den größten Aufwand dar. Jeder Händler verwendet andere Bezeichnungen, Lagerstatus oder Produktnummern. Diese müssen vereinheitlicht werden, bevor sie sinnvoll dargestellt werden können.

Automatisierung statt manuelle Suche

Das eigentliche Problem wird nicht durch eine besonders aufwendige Benutzeroberfläche gelöst, sondern durch intelligente Automatisierung.

Ein Besucher müsste ansonsten regelmäßig mehrere Webseiten öffnen, Suchbegriffe eingeben und die Lagerbestände vergleichen. Das Portal übernimmt diese Arbeit vollständig automatisch.

Aus Sicht eines Softwareentwicklers ist dies ein schönes Beispiel dafür, wie sich durch Automatisierung ein echter Mehrwert schaffen lässt.

Benachrichtigungen bei neuen Lagerbeständen

Besonders interessant ist die Möglichkeit, sich automatisch informieren zu lassen, sobald ein gewünschtes Produkt wieder verfügbar ist.

Hierzu werden Änderungen der Lagerbestände kontinuierlich überwacht. Erkennt das System einen neuen Bestand, kann automatisch eine Benachrichtigung per E-Mail versendet werden.

Gerade bei stark nachgefragten Produkten verschafft dies einen enormen Vorteil gegenüber einer manuellen Suche.

Warum ich solche Projekte liebe

braucheklima.de zeigt sehr schön, worum es bei guter Softwareentwicklung eigentlich geht:

  • ein reales Problem erkennen
  • vorhandene Daten intelligent nutzen
  • Informationen automatisiert aufbereiten
  • dem Benutzer Zeit sparen

Aus technischer Sicht steckt hinter einem scheinbar einfachen Portal eine ganze Reihe moderner Technologien – von automatisierter Datenerfassung über Datenaufbereitung bis hin zu Geodaten, Kartenvisualisierung und Benachrichtigungssystemen.

Wer sich selbst einmal ansehen möchte, wie elegant das umgesetzt wurde, sollte unbedingt einen Blick auf braucheklima.de werfen.

Welche Technologien stecken hinter braucheklima.de?

Aus Entwicklersicht ist braucheklima.de weit mehr als nur eine Suchmaschine für die Midea PortaSplit. Hinter dem Portal steckt eine intelligente Kombination aus Datenaggregation, Automatisierung und moderner Webentwicklung. Auch wenn der Quellcode nicht öffentlich verfügbar ist, lässt sich die technische Architektur anhand der Funktionalität sehr gut nachvollziehen.

1. Datenbeschaffung über Händler-APIs

Viele große Baumärkte und Onlinehändler stellen ihren Shops interne REST-APIs zur Verfügung. Diese Schnittstellen werden von den Webseiten selbst genutzt, um Lagerbestände, Preise oder Filialinformationen dynamisch nachzuladen.

Der große Vorteil: Statt komplette Webseiten zu analysieren, können strukturierte Daten im JSON-Format verarbeitet werden. Das spart Bandbreite, reduziert den Rechenaufwand und macht das System deutlich robuster.

Sollte ein Händler keine entsprechende API bereitstellen, kommen häufig Browser-Automatisierungen oder klassische Web-Scraper zum Einsatz.

Hinweis: Welche Datenquellen brauchteklima.de konkret verwendet, ist öffentlich nicht dokumentiert. Die beschriebenen Verfahren gehören jedoch zum Standard moderner Datenaggregationsplattformen.

2. Datenaggregation und Vereinheitlichung

Jeder Händler liefert seine Daten in einem anderen Format. Damit diese gemeinsam ausgewertet werden können, müssen sie zunächst vereinheitlicht werden.

Beispielsweise könnte ein Händler seinen Lagerbestand so zurückliefern:


{
    "stock": 3
}

Ein anderer dagegen:


{
    "availability": "available"
}

Oder sogar verschachtelt:


{
    "inventory": {
        "quantity": 5
    }
}

Diese unterschiedlichen Datenformate werden anschließend in ein einheitliches Schema überführt:


{
    "market": "OBI",
    "city": "Düren",
    "product": "Midea PortaSplit",
    "price": 799.99,
    "stock": 3,
    "updated": "2026-06-29T09:15:00"
}

Dadurch können sämtliche Händler unabhängig von ihrem ursprünglichen Datenformat gemeinsam durchsucht und verglichen werden.

3. Zwischenspeicherung in einer Datenbank

Natürlich wäre es wenig effizient, bei jedem Besucher sämtliche Händler erneut abzufragen. Deshalb werden die Daten regelmäßig automatisch aktualisiert und in einer zentralen Datenbank gespeichert.

Der grundsätzliche Ablauf könnte beispielsweise so aussehen:


Scheduler
      │
      ▼
API / Web Scraper
      │
      ▼
Datenbank
      │
      ▼
Webseite

Durch dieses Caching reagiert die Webseite deutlich schneller und verursacht gleichzeitig weniger Last auf den angebundenen Systemen.

4. Kartenvisualisierung

Eine der interessantesten Funktionen von braucheklima.de ist die übersichtliche Darstellung aller verfügbaren Geräte auf einer interaktiven Deutschlandkarte.

Dafür werden die Filialadressen zunächst in geografische Koordinaten (Latitude und Longitude) umgerechnet. Anschließend können Bibliotheken wie beispielsweise Leaflet, OpenLayers oder Google Maps die verfügbaren Märkte auf einer Karte visualisieren.

Je nach Lagerbestand lassen sich Marker unterschiedlich einfärben oder filtern, sodass freie Geräte sofort erkennbar sind.

5. Automatische Benachrichtigungen

Besonders clever ist das integrierte Benachrichtigungssystem. Statt die Webseite permanent neu laden zu müssen, überwacht das System automatisch Änderungen der Lagerbestände.

Beispiel:


09:00 Uhr
OBI Köln
Bestand = 0



09:15 Uhr
Bestand = 4

Sobald sich der Lagerbestand ändert, kann automatisch eine Benachrichtigung per E-Mail versendet werden. Gerade bei stark nachgefragten Produkten wie der Midea PortaSplit verschafft das einen deutlichen Zeitvorteil.

Mein Fazit aus Entwicklersicht

Für mich ist braucheklima.de kein gewöhnliches Produktportal, sondern ein hervorragendes Beispiel dafür, wie moderne Softwareentwicklung reale Probleme löst.

Hier kommen zahlreiche Technologien zusammen:

  • REST-APIs
  • Web Scraping
  • Datenaggregation
  • Datenbanken
  • Scheduler und Hintergrundprozesse
  • Caching
  • Geocoding
  • Kartenvisualisierung
  • E-Mail-Benachrichtigungen
  • performante Webentwicklung

Die eigentliche Innovation liegt dabei nicht in der Klimaanlage selbst, sondern in der intelligenten Aufbereitung, Zusammenführung und Visualisierung der verfügbaren Daten. Genau solche Projekte zeigen, welchen Mehrwert gut durchdachte Automatisierung und moderne Softwarearchitektur schaffen können.

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